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Startseite/STYLE/EXPERTEN TIPPS/Take care – pflegst du schon oder entsorgst du noch?

EXPERTEN TIPPS

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Ist das Wertschätzen unser Kleidung old-fashioned?

Ein Guide für alle, die pflegen wollen, was sie lieben.

Vielleicht haben wir uns ganz unabsichtlich von der sorgfältigen Pflege unserer Kleidung wegbewegt und sind zu einer schnellen Entsorgungsmentalität übergegangen. Vielleicht hat es aber auch mit unserem ansteigenden Konsumverhalten zu tun, dass wir lieber kurzzeitig mit Neuheiten spielen, als das Alte zu pflegen. Wie auch immer – mit dieser Entwicklung sind auch unsere Fertigkeiten in puncto Pflege, Nähen und der korrekten Lagerung unserer Kleidung aus der Mode gekommen. Wir machen uns auch kaum darüber Gedanken, ob es all diese Pflege- und Beduftungsprodukte wirklich braucht und dass jede Wäsche und jeder Trockengang das Material und die Fasern schädigen und ausdünnen. Mikroplastik wird mit jeder synthetischen Wäsche ins Abwasser gespült und die giftigen Flüssigkeiten, die für die chemische Reinigung verwendet werden, bekommen wir auch nicht zu Gesicht. Da verwundert es kaum, dass wir gedankenlos vor uns hin waschen und reinigen.

Wir kümmern uns quasi nicht nur nicht um unsere Kleidung, wir schädigen sie sogar, und vergrössern unseren eigenen ökologischen Fussabdruck.

Im Alltag sind wir bestrebt, alles so schnell wie möglich zu erledigen, und dann ist es manchmal bequemer, die Hose in den Wäschekorb zu werfen, als sie auf dem Bügel zu lüften. Viele von uns waschen ihre Kleidung übermässig und beschleunigen so durch das „Schuffeln“, Schleudern und Bleichen den Verfall des Textils, nur um einen Hauch von Geruch oder einen winzigen Fleck zu entfernen.

Die kaputten oder verfärbten Textilien landen dann kurzerhand im Müll und auf immer voller werdenden Deponien, verschwenden Ressourcen und verschmutzen die Umwelt.

Wir konsumieren neue Kleidungstücke, die wieder in unseren Waschmaschinen landen und in Seifenlauge baden – wir sind Teil des Kreislaufes.

Deshalb ist es wichtig, sich mit dem Thema genauer zu befassen. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch die Lieblingskleidungstücke, und schenkt nachhaltig Freude.

Gut zu wissen:

1.) In einer britischen Studie gaben 10 Prozent der Befragten an, diverse Kleidungstücke nicht mehr zu tragen, weil sie eingelaufen oder verwaschen sind. Das Resultat ist, dass Millionen Kleidungstücke in Frührente gehen.

2.) Jedes Jahr werden ungefähr 80 Milliarden neue Kleidungsstücke hergestellt, von denen ca. 86 Prozent auf Mülldeponien landen.

3.) Rund 60 Prozent aller Kleider enthalten Kunststofffasern, 35 Prozent des Mikroplastiks in den Meeren stammt von Textilien.

4.) Kleider länger zu tragen und weniger zu waschen genügt, um auf lange Sicht die Emissionen zu senken. Mehr Infos: https://www.fashionrevolution.ch/fakten-uebersicht

Das richtige Verständnis:

  1. Materialkunde: Unsere Kleidung besteht meistens aus vielen verschiedenen Materialen und Qualitäten, und jedes Material braucht eine andere Pflege.
  2. Halte dich also an die Waschanleitung: Investiere die Zeit und mache dich mit der Waschanleitung vertraut. Sicher sind diese manchmal übervorsichtig formuliert und es gäbe umweltfreundlichere Möglichkeiten zur Reinigung. Die Anleitungen sind dennoch dazu da, dir zu helfen, dich an deiner Kleidung lange zu erfreuen.
  3. Extra Pflege für Strick, Bademode, Unterwäsche, Pailletten und Co: Diese Produkte benötigen eine Handwäsche oder einen Schonwaschgang im Wäschenetz. Meistens mögen sie auch keinen Weichspüler, weil dieser die Fasern zerstört.
  4. Überdenke den Gang in die Reinigung: Sie ist nicht nur preisintensiv, sondern die Chemikalien sind auch giftig. Viele Artikel wie Cashmere oder Seide können auch mit dem Schonwaschgang in neueren Waschmaschinen gewaschen werden oder von Hand.

Flecken entfernen:

Urgh… wer kennt es nicht: Ketchup, Fett oder Kaffee – binnen Sekunden verkleckert und gefühlt Stunden aufgewendet, um diese wieder zu entfernen.

  1. Kenne den Feind! Sicher ist bei jedem Fleck, dass es schnell gehen muss. Je schneller, desto sauberer! Der erste Schritt entscheidet, ob der Fleck rausgeht oder bleibt. Informiere dich also über die häufigsten Flecken. ☺ Beispielsweise sollten Essens- und Blutflecken sofort mit kaltem Wasser ausgewaschen werden. Ölige Flecken wie Handcreme werden besser mit warmem Wasser behandelt. Bei Lebensmittelflecken oder Flüssigkeiten empfiehlt es sich zu tupfen und nicht zu rubbeln, und auch eine Vorbehandlung vor der Wäsche kann wahre Wunder bewirken.
  2. Die meisten von uns verwenden chemische Reinigungsmittel mit einem guten Gefühl, denn die Antiflecken-Produkte versprechen, den Fleck kraftvoll ins Weltall zu befördern und vollkommen zu zerstören. Doch die meist enthaltene Bleiche zerstört vor allem das Gewebe und schädigt die Umwelt. Vor allem dauert es Jahre, bis das kontaminierte Wasser sich wieder vollständig abbaut. Informiere dich deshalb über die Chemikalien, die du verwenden willst, oder nutze besser natürliche Alternativen.
  3. Natürliche Mittel sind die einfachsten und billigsten Zutaten, die wahrscheinlich bereits in deiner Küche vorhanden sind. Sie können Flecken und Gerüche entfernen: Soda-Bicarbonat, Weissweinessig, Club-Soda und Zitronensaft haben grossartige Fleckenbeseitigungseigenschaften! Bevor bei empfindlichen Stoffen Flecken entfernt werden, sollte zunächst ein Spot-Test an einer nicht sichtbaren Stelle gemacht werden. So kannst du festzustellen, wie das Material reagiert, bevor du dich dem eigentlichen Fleck zuwendest.
  4. Färben: Wenn der Fleck nicht rausgeht, dann überfärbe ihn einfach. Das Färben zu Hause ist schnell und unkompliziert, und es gibt ein bunten Strauß an Farben zu erwerben. Das Kleidungsstück in einem Eimer einweichen oder in manchen Fällen den Farbstoff in die Waschmaschine geben. Stelle nur sicher, dass du dich für umweltfreundliche Farbstoffe entscheidest. Oder verwende Zutaten aus deiner Küche oder deinem Garten, wie stark pigmentiertes Obst und Gemüse (Brombeeren, Rote Bete, Butternusskürbis usw.), Blumen oder Teebeutel.

Wir waschen zu viel:

Viele von uns waschen einfach aus Gewohnheit und ganz automatisch, dabei ist das gar nicht immer nötig. Die Vorteile, die Waschzyklen zu verlängern, sind vielfältig – je weniger gewaschen wird, desto mehr Geld, Zeit, Energie, Wasser und Waschmittel werden gespart

  1. Weniger waschen! Das lässt deine Sachen länger leben und strahlen. Wäge ab, wie empfindlich deine Textilien in der Materialbeschaffenheit sind und wie nahe sie an deiner Haut liegen.
  2. Lüften statt waschen! Frische Luft kostet nichts und wirkt wahre Wunder.
  3. Entfusseln statt waschen! Reinige lieber zunächst mit der Fusselrolle, als die Textilien gleich in die Waschmaschine zu packen. Das geht nicht nur schneller, sondern schont auch das Textil und die Umwelt.

Hier unsere Toptipps:

  1. Lerne deine Waschmaschine richtig kennen und pflege sie. Der Handwaschgang oder eine geringere Schleuderzahl können helfen, deine Textilien zu schützen. Also ran an die Bedienungsanleitung!
  2. Trenne bunte, dunkle und Weisswäsche – für längere Farbbrillanz und Leuchtkraft.
  3. Vorsicht ist besser als Nachsicht: Delikate Textilien wie Unterwäsche, Seide, Pailletten oder Ähnliches am besten in einem Waschbeutel separieren. Das schützt die Textilien langfristig.
  4. Von Waschmittel immer die richtige Menge verwenden und nicht überdosieren. Das schont die Umwelt. Wer mag, kann auch mal Waschnüsse als Alternative ausprobieren.
  5. Die Temperatur macht’s! Herkömmliche Alltagskleidung lässt sich bei 30 Grad gut waschen, Sportbekleidung oder Hygienetextilen wie Socken oder Unterwäsche am besten bei 40 Grad und Bettwäsche, Handtücher und Geschirrtücher bei 60 oder 90 Grad.
  6. Ticktack, ticktack … Hole deine Sachen zeitnah aus der Maschine. Das verhindert Gerüche und Stockflecken.
  7. Trocknen an der frischen Luft ist mit Abstand die allerbeste Wahl!
  8. Sorgfältiges Aufhängen spart am Ende das Bügeln und schützt das Gewebe. Wolle und Kaschmir sollten übrigens liegend getrocknet werden.
  9. Wenn du in deiner Wohnung trocknest, dann vermeide, dass deine Kleidung Essensgerüchen ausgesetzt ist. Nasse Textilien ziehen diesen Geruch förmlich ein.
  10. Bügel nur das, was auch wirklich gebügelt werden muss! Manche Textilien glätten sich auch auf dem Bügel oder am Körper.
  11. Investiere in ein gutes Bügeleisen, das sorgt für mehr Spass und Leichtigkeit beim Bügeln, verbraucht weniger Energie und Zeit. Win-win!
  12. Nach dem Bügeln deine Kleidung nicht sofort in den Schrank legen oder hängen, denn das heisse Gewebe kann dann ganz schnell wieder Falten bekommen.
  13. Reparieren statt entsorgen! Am besten du legst dir ein kleines Tool-Kit mit Nähutensilien (Garn, Knöpfe und Nähnadeln) zu. Dann kannst du in Nullkommanichts deine Kleidung reparieren.
  14. Lerne die Basics des Reparierens! Es gibt zahlreiche Instagram-Accounts oder Youtube-Tutorials, mit deren Hilfe du stopfen, Knöpfe annähen oder einen Saum kürzen lernst. Probiere es aus!
  15. Sei kreativ! Ob nun ein Loch oder ein Riss im Material – das Finden von kreativen Lösungen macht nicht nur Spass, sondern liegt im Trend. Upcycling ist nämlich total angesagt!
  16. Schütze und pflege deine Schuhe regelmässig und rechtzeitig.

Herzlichst Dein Katrin

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2021-04-16T18:02:58+02:00April 16th, 2021|

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