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The Look of Success

THE LOOK OF SUCCESS

Heute mit Dominique Feusi

Dominique Feusi ist Partner bei Blaaablaaa.com und Swiss Influencer. Ursprünglich wollte sie Industriedesign in New York studieren, doch der Zufall führte sie auf einen anderen Weg. Nach dem Liceo Artistico di Zurigo erlernte sie ihr Handwerk in einer Werbeagentur und arbeitet danach als Creative Direktorin und Chefredakteurin beim Forecast Magazin. Humor, Scharfsinn und Professionalität zeichnen sie aus. Sie macht die Dinge einfach anders und ist herrlich lebensnahe.

Dominique Feusi
Dominique Feusi

Dominique, in deinem Job bist du täglich mit Beauty-Produkten, Trends und Fashion  umgeben. Auf Events triffst du auf Menschen, die in der Onlinewelt von vielen gefolgt und bewundert werden. Wo liegt dein Wiedererkennungswert? Mein grösster Wiedererkennungswert hat nix mit Kleidern zu tun: Ich bin lang, blond und rede sehr viel, da muss man mit mir durch. Man sagt mir oft: „Man hört immer gleich, ob du schon da bist!“(lacht). Ich wäre gerne etwas reservierter, das wirkt so elegant. Aber ich hab’s eben auch so gerne lustig, tja, das mit der reservierten Eleganz wird in diesem Leben nicht mehr klappen. 

Dominique auf einem Event, COS
Dominique auf einem Event, COS

1. Was trägt die Marke Dominique Feusi? Mein Alltags-Look ist eher Tomboy, selbstverständlich und unaufgeregt, Sneakers, Boots, Jeans, Pulli, mich interessiert Mode eher als Konzept als an mir selbst. Ich mag’s: bequem, pflegeleicht, gut kombinierbar und es muss was für mich tun. Und es muss schön sein. Zumindest in meinen Augen.

Zum Beispiel liebe ich lange Rollkragenpullover, die kann man wunderbar zu Kleidern umfunktionieren. Drunter trage ich gerne schwarze Leggings – Leggings sind immer so verpönt, ich weiß gar nicht, weshalb? Das ist doch ein Irrglaube, immer dieses „Leggings-bashing“, wer sieht denn, dass das keine schwarzen Strümpfe sind? Niemand würde darauf kommen, schwarze Strümpfe zu bashen. ­– (lacht) Das ist einfach ein Basic, Punkt! Ich trage auch gerne Minikleider, Courrèges-Twiggy-Style, z.B. super auf Reisen, tagsüber mit Jeans/Leggings als langes Top und abends hohe Schuhe dazu, von comfy zu sexy, zack, fertig!

 

2. Wie schaffst du es, deinen Stil und die Trends zu vereinen? Niemand ist wirklich trendresistent, wir sind täglich so vielen Inputs ausgesetzt, auch sich einem Trend zu verweigern, ist schon wieder ein Trend. Der Trick ist, nur mitzunehmen, was einem steht und wirklich gefällt. Und wenn man das gefunden hat, darf man es auch gerne behalten, egal, ob es gerade Trend ist oder nicht, so entwickelt sich ein persönlicher Stil.


3. Wie wichtig war und oder ist Kleidung für Dich im Beruf? Du bist selbständig und kreativ tätig, inwiefern hat das Einfluss auf deine Garderobe genommen? Ich wollte in meiner Jugend den Kleiderjoker nicht ziehen. Ich wurde als “Kreativer“ verkauft, wir waren jung, hip und crazy und schlugen uns und die Nächte um die Ohren, da gehörte eine Portion Siff zum guten Ton. Ich präsentierte gerne mal in Trainers, Kapuzenpulli und mit Zöpfen, ganz im Skater-Style. Das gehörte irgendwie zu meinem Image, wie sich Kunden eben so „verrückte Kreative“ vorstellen, was natürlich auch eine Art Kleiderjoker war. In der Selbständigkeit habe ich dann gemerkt, oha!.... jetzt gilt’s ernst, keine grosse Firma im Rücken, jetzt musst du seriöser daherkommen, da sagte ich mir „Komm, wirf dir mal etwas Anständiges über“. Die Menschen machen eben immer den Check, als Selbständiger repräsentierst du dich selbst, da kannst du nicht aussehen, als hättest du in den Kleidern auf dem Sofa gepennt. Das geht erst wieder, wenn man zu den ganz Grossen gehört. (lacht) 

Tages-Anzeiger 17. Juni 2000 – Haha, damals, als Augenbrauen noch Mangelware waren!
Tages-Anzeiger 17. Juni 2000 – Haha, damals, als Augenbrauen noch Mangelware waren!

4. Gab es Situationen in denen du Dich auf Grund deiner Kleidung unwohl gefühlt hast, wenn ja weshalb? Nein, nicht wirklich. Abgesehen von den Pannen, davon hab ich à gogo: sich in weissen Hosen den Kaffee in den Schritt kippen, mit dem Mantel die ganze Dekoration abräumen oder als Einzige in Knallrot an einer Moët-White-Party, weil: Einladung nicht genau gelesen, crazy, heute alle in Weiss hier???? Aber da muss man dann halt durch. In Sachen Stil gilt: Mit der richtigen Attitüde kann man alles aufziehen. Für das knallrote Kleid bei Dresscode White! hagelte es ausschliesslich Komplimente: Was für eine Idee! Sogar die Dame von der PR befand: You’re amazing! Ich lese die Einladungen seither allerdings genauer. Das letzte Mal wirklich unwohl aufgrund meiner Kleidung habe ich mich gefühlt, als ich im Kindergarten die Pellerine auszog, nur in Strumpfhosen dastand und dachte, neiiin, ich habe die Hosen vergessen!, und der schöne Stefan schrie: neiiiin, sie hat die Hosen vergessen! Ein Trauma. Bis heute. 

5. Gibt es ein Wohlfühl-/ Kompetenz-Outfit bzw. ein Teil, dass du bei wichtigen oder kniffligen Terminen trägst? Wenn ja welches ist das? Weißer Blazer oder weiße Bluse, das macht immer frisch und seriös und sagt jedem: Ich bin da! In einem männerlastigen Meeting wird man ausserdem ziemlich sicher der einzige weisse Balzer sein. Ausser natürlich, Don Johnson ist da.    

6. Worauf legst du bei Deiner Garderobe am meisten wert? Wohlbefinden. Es muss mir gefallen und ich muss mich wohl darin fühlen. Ich trage nix mit mir rum, das für mich nicht stimmt. Ich mag gutes Design, Dinge, die mich irgendwie erfreuen, das muss nix Teures sein. Ich mag natürlich auch Qualität und ich bin ein Keeper, ich trage das meiste, bis es auseinanderfällt.

7. Was ist das teuerste Teil, das du je gekauft hast? Die teuersten Teile wurden mir geschenkt. Das klingt jetzt so nach Sugar-Daddys, haha, nein, nicht von Männern, von Freundinnen oder durch den Job. Mein persönliches Limit bei Taschen und Lederjacken ist so um 2000,00 CHF. Es gab mal einen persönlichen Höhenflug mit 3500,00 CHF, das finde ich allerdings auch selber,  ­­– naja, schwierig – ... (lacht)    


8. Wie und für welche Anlässe shoppst du am liebsten und warum? Seit ich mich beruflich mit Shopping und Trends beschäftige, shoppe ich kaum noch, wenn nötig mal Basics, ab und zu ein Hit. Ich weiss genau, was ich will. Wenn es das nicht hat, mache ich keine Kompromisse mehr. Auch vom Bloggen bekommen wir gelegentlich mal etwas geschenkt... (lacht). Für Events z.B. habe ich ca. 15 Outfits, die lege ich mit anderen Accessoires auch immer wieder auf, dass ist mir völlig egal, den Stress habe ich nicht. Die sehen einfach wie "drauf genagelt aus“ und ich erhalte jedes Mal Komplimente für meinen Look. ... (lacht)

 

Natürlich gibt es Brands und Shops, da weiss ich, dass ich mit etwas nach Hause gehe. Doch wenn wir ehrlich sind, wir brauchen alle nix mehr. Glückliche Menschen konsumieren nicht, ich glaube, das ist aus „Neununddreißigneunzig  von Frédéric Beigbeder, ein super Buch (finde ich) rund um Werbung, Kommerz und Kaufwahn. Im Grunde bin ich eine schlechte Referentin für meinen Job, mich interessiert der Zeitgeist, was es Neues gibt und wie es aussieht, aber ich muss nicht alles haben, das ich schön finde.

9. Was war Dein schlimmster Fehlkauf? (lacht) Eine kleine Stella McCartney Falabella Clutch. Als liegendes Objekt ist die Tasche wunderschön, ich liebe das Design, aber sie hängt wie ein Sack, die schwere Kette rutscht immer über die Schulter, total unpraktisch und määh. Deshalb kam sie nur einmal zum Einsatz. Aber ich hab sie noch! (lacht)

 

10. Von welchem Teil kannst du dich nicht trennen und warum? Balmain, Herren Moto Jacket, schwarz-weisse Iro-Lederjacke und Céline Luggage Nano Bag, hab ich alles schon seit Jahren, die Teile stimmen einfach.

 


Dominique im Moto Jacket
Dominique im Moto Jacket

11. Wofür gibst du am meisten Geld aus und was ist der Grund dafür?

 

 X Accessoires oder Kleidung? X

Schuhe oder Taschen? X

X Jacken oder Mäntel? X

Heels oder Flats, Boots? X

 

12. Dominique, was ist für Dich das nervigste Kleidungstück und was konkret nervt dich daran? Wenn man sich richtig rausputzt, gehört das Leiden mit dazu. Wirklich geile Fashion ist leider selten bequem. Da muss man auch mal Abstriche machen, auch wenn man im engen Kleid kaum atmen kann ... (lacht) 

 

13. Welches Fashionteil oder Brand dürfte deiner Meinung nach ein verdientes Come-back feiern? Meiner Meinung nach gibt es kein wirkliches In & Out, mit der richtigen Attitüde kann man alles aufziehen, wenn es dir gefällt, dann los!

 

14. Jedes Mal, wenn ich Dich sehe, siehst du aus wie aus einem Fashion Magazin, und du schaffst es dabei authentisch und natürlich zu wirken, als hättest dir das schnell nochmal übergeworfen. Was sind deine Kriterien bei der täglichen Outfit-Wahl? Hast du vielleicht sogar einen Tipp? Haha, du hast mich natürlich auch immer an Events gesehen! Ausgetrickst! Im Alltag gilt: Komfort first. Meist Jeans und Pulli, bequem und pflegeleicht. Und bei Events: das Schnell-nochmal-Übergeworfen ist so, ich bin schon immer viel zu spät, wenn ich mir zu überlegen beginne, was ich anziehen soll (lacht).

 

15. Was war der schlimmste Mode-/Stylingtipp oder Aussage einer Verkäuferin, Freundin, Partner etc. ... den du jemals bekommen hast? Ich bin ziemlich beratungsresistent und nehme diese Kommentare eher unterhaltsam hin. Wenn ich die Farbe Gelb will, will ich die Farbe Gelb. Auch wenn mir die Verkäuferin fünf Mal sagt, dass Gelb Blondinen nicht steht.

Wenn ich die Farbe Gelb will, will ich die Farbe Gelb.
Wenn ich die Farbe Gelb will, will ich die Farbe Gelb.

 

16. Was bedeutet Erfolg für Dich? Meine kreative Freiheit und die Wahl zu haben, mit wem ich zusammenarbeite.

 

17. Bitte vervollständige den Satz: „Wer Erfolg haben will, muss fleißig sein. Und natürlich gehört auch eine satte Portion Glück dazu, right time, right place.“

 

18. Was tust du wenn die Selbstsabotage bzw. das Hadern hochkriecht? Als Kreativer muss man auf den Punkt abliefern können, irgendeine Deadline hängt ständig im Nacken. Aber das ist auch ein Prozess, das Hadern gehört dazu, daran gewöhnt man sich, man entwickelt Techniken. Ich unterteile grosse Aufgaben gerne in Strichlisten, dadurch erreicht man Etappenziele und hat Erfolgserlebnisse, das motiviert. Und manchmal muss man auch einfach darauf vertrauen, dass einen die Muse küsst.

 

19. Wie bleibst du in kniffligen Situationen kontrolliert? Früher war ich immer wahnsinnig hibbelig. Doch mehrere Todesfälle in der Familie haben für mich alles relativiert. Man weiss dann halt, was schlimm ist – und was Pipifax. Ich habe in diesem Sinne keine Technik, dass meiste hat heute einfach nicht mehr das Potenzial mich aufzuregen.

 

20. In deinem Job gibt es sicherlich auch Situationen in denen die Vorstellungen von Auftraggebern entgegengesetzt deines kreativen Gespürs sind. Wie entschärfst Du diese Konflikte? Als Grafiker bin ich ein Dienstleister und das gehört einfach dazu. «Logo grösser!» und «geht das auch in Rot?», sind Klassiker, clients from hell, kennt jeder, will keiner. Ich gehe das heute sportlich an, mal gibt man nach, mal nicht, jeder Auftrag ist ein kleiner Tanz. Aber es ist natürlich ein Privileg, sich aussuchen zu können, mit wem man arbeitet. Und nicht jedes Thema ist sexy, ich habe auch schon Kataloge für Hüftgelenke und Plakate für Anti-Akne-Mittel gemacht, würde ich mir jetzt nicht ins Schlafzimmer hängen, aber das waren tolle Jobs. Außerdem kann es auch spannend und witzig sein Dinge zu tun die nicht die eigene Welt, die eigene Filterblase sind.  

 

21. Was ist dein ultimativer Networking Tipp? Haha, keiner! Jedenfalls kein ultimativer, ich mag zu aggressives Networking nicht, ich lerne gerne Menschen kennen. Vielleicht: Entspannt und nett sein und entspannt und nett bleiben.

22. Dominique zusätzlich schreibst du auch Werbetexte und Artikel, unter anderem für die Weltwoche. Deinen erfrischenden Artikel wie z.B.: „Angriff der Riesenpfirsiche.“ In dem das heutige Schönheitsideal unserer Gesellschaft humoristisch, schonungslos und mitreisend von dir behandelt wurde. Als Leserin konnte ich wunderbar abtauchen und genüsslich lachen. Was ist dein Ausgleich von deinem Business?

Ich gehe täglich mit Hunden spazieren, obwohl ich selber gar keine mehr habe. Ich bin die Irre, die auch bei Regen draussen rumstapft und mit den Krähen spricht (lacht). Wir hatten fast 16 Jahre lang Hunde, fast alle unsere Freunde haben welche, da gewöhnt man sich daran, morgens bei jedem Wetter rauszugehen. Ich bin gerne in der Natur und beobachte die Veränderungen der Jahreszeiten, Vögel, Würmer, Bäume, Käfer, alles – wenn man genau hinsieht, ist jeder Quadratzentimeter ein Wunderwerk. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und als Kind stundenlang durch die Wälder gestreift, das sitzt irgendwie in meiner DNA. Und mein Hang zu Gummistiefeln (lacht), der Schatz sagt jeweils: Fehlt nur noch der Traktor!

PS: Hier geht’s zum Blaaablaaa Blog und unter Blaaagram postet Dominique Feusi auf Instagram tägliche updates.

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Kommentare: 1
  • #1

    Jenny (Dienstag, 13 März 2018 13:32)

    So ein super Interview! Gut gemacht my dear ladies:-)

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